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Kollokationen als Problemgrößen des Simultandolmetschens

Band 137: Lisa Fastus (2009): Kollokationen als Problemgrößen des Simultandolmetschen

Kurztitel CD-Rücken: Kollokationen beim Simultandolmetschen

WVT 2009 / ISBN 978-3-86821-111-5

Die menschliche Sprache ist geprägt von Metaphern, Sprichwörtern, idiomatischen Redewendungen und typischen Wortverbindungen. Phänomene dieser Art machen die Einzigartigkeit einer jeden Sprache aus und werden vom Muttersprachler richtig gebraucht, ohne dass dieser darüber nachdenken muss.

Eine Form dieses gebundenen Sprachgebrauchs sind Kollokationen, d. h. typische Wortzweierverbindungen. Ihre Komplexität entfalten Kollokationen dann, wenn man versucht, sie in eine andere Sprache zu übertragen. Eine wörtliche Übersetzung von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache ist daher oftmals nicht möglich. Aus diesem Grunde ist die Analyse derartiger sprachspezifischer Eigenschaften für Übersetzer und Dolmetscher von übergeordnetem Interesse.

Im Zentrum dieser Untersuchung steht die Analyse des Umgangs mit Kollokationen im Simultandolmetschprozess. Simultanverdolmetschungen vom Deutschen ins Englische wurden zu diesem Zwecke transkribiert und analysiert, um so Regelmäßigkeiten im Umgang mit Kollokationen aufzuzeigen.

Im Vergleich zum Übersetzen ist das Simultandolmetschen ein spontanes Handeln, das stark vom Ausgangstext und vom Ausgangsredner beeinflusst wird. Eine adäquate Umsetzung der Kollokationen in die Zielsprache macht die Anwendung verschiedener Strategien erforderlich, die hier im Einzelnen erläutert und analysiert werden. Ihre bewusste Anwendung kann dem Dolmetscher als Hilfestellung dienen, um trotz diverser Einflussgrößen, die den Dolmetsch­prozess bestimmen, stets eine angemessene Dolmetschleistung erbringen zu können.

Die Arbeit richtet sich an Studierende und Lehrende des Faches Dolmetschen, die sich gewisser Vorgänge im Dolmetschprozess bewusst werden und diese in ihrer Arbeit berücksichtigen können.

139 S.

  

Inhaltsverzeichnis

1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit 3

2 Was sind Kollokationen? 5

2.1 Begriffsklärung  5

2.2 Kollokationen als Problemgrößen im Dolmetschen 7

3 Die Typologie von F. J. Hausmann 9

3.1 Fixierte Wortverbindungen  10

3.2 Nicht fixierte Wortverbindungen 11

3.2.1 Die Ko-Kreation 11

3.2.2 Die Kollokation 11

3.2.3 Die Konter-Kreation 12

3.3 Basis und Kollokator 12

3.4 Kollokationstypen 13

4 Das handlungsorientierte Dolmetschmodell von Heidemarie Salevsky 15

4.1 Das Modell von Otto Kade 16

4.2 Grenzen des Kadeschen Modells 17

4.3 Ein integratives Translationsmodell 18

4.4 Eine Definition des Dolmetschens 19

4.5 Die Basishandlungen des Simultandolmetschens 21

4.5.1 Die Rezeption  21

4.5.2 Die Transposition 24

4.5.3 Die Realisation 28

4.6 Die Mikroprozesse 29

4.7 Die Einflussgrößen beim Simultandolmetschen 30

4.7.1 Subjektive Einflussgrößen allgemeiner Art 31

4.7.2 Subjektive Einflussgrößen besonderer Art 32

4.7.3 Subjektive Einflussgrößen einmalig-konkreter Art 34

4.8 Die Handlungsspezifik des Simultandolmetschens 35

4.8.1 Die Handlungsdauer 36

4.8.2 Der Handlungsverlauf 37

4.9 Fehleranalyse und grammatische Probleme beim Simultandolmetschen 38

4.10 Grenzen und Nutzen des Salevskyschen Modells 40

4.11 Grundlagen für die empirische Analyse  42

5 Empirisch-korpusgestützte Analyse 44

5.1 Adjektiv-Substantiv Kollokationen 45

5.2 Adverb-Adjektiv Kollokationen 53

5.3 Adverb-Verb Kollokationen 54

5.4 Objekt-Verb Kollokationen 57

5.5 Substantiv-Substantiv Kollokationen  61

5.6 Subjekt-Verb Kollokationen 64

5.7 Untersuchung einzelner Phänomene 66

5.7.1 Starke Kollokationen 66

5.7.2 Schwache Kollokationen 74

5.7.3 Freie Wortverbindungen 79

5.7.4 Paraphrasierungen 82

5.7.5 Substitutionen 84

5.7.6 Ellipsen  86

5.7.7 Exkurs: Tendenz zur Nominalisierung im Deutschen vs. Bevorzugung von Verbformen im Englischen 89

5.7.8 Versprecher und Fehler: competence vs. Performance 90

5.7.9 Antizipation 96

5.7.10 Kollokationen am Beispiel des Wortfelds Klimawandel 102

5.7.11 Ein Überblick in Zahlen 104

6 Schlussbetrachtung und Ausblick 105

7 Anhang 109

7.1 Vorgehensweise bei der Korpuserstellung 109

7.2 Erste Originalrede 109

7.2.1 Simultanverdolmetschung der ersten Rede (I) 112

7.2.2 Simultanverdolmetschung der ersten Rede (II) 115

7.2.3 Simultanverdolmetschung der ersten Rede (III) 118

7.3 Zweite Originalrede 121

7.3.1 Simultanverdolmetschung der zweiten Rede (I) 124

7.3.2 Simultanverdolmetschung der zweiten Rede (II) 126

7.3.3 Simultanverdolmetschung der zweiten Rede (III) 129

8 Quellenverzeichnis 132

8.1 Literatur 132

8.2 Nachschlagewerke 136

8.3 Internetadressen 137

 

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